Ebbe und Flut: Wenn man bei Ebbe eine Wattwanderung unternimmt kommt so manches Tier zum Vorschein das man bei Flut nicht zu Gesicht bekommt.

    Ebbe und Flut – Schwankungen des Meeresspiegels

    Als Ebbe und Flut werden die regelmäßig auftretenden Schwankungen des Meeresspiegels bezeichnet. Bekannt sind Ebbe und Flut auch unter der Bezeichnung Gezeiten oder Tiden. Das Steigen des Wassers nennt man Flut, das Fallen Ebbe. Der Höhenunterschied des Wasserstands bei Ebbe und bei Flut wird als Tidenhub bezeichnet. Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Gezeiten an den Küsten. An den Küsten führen die Gezeiten zu einem sogenannten Tidehochwasser und einem Tideniedrigwasser. Ebbe und Flut entstehen durch den Einfluss von Sonne und Mond, die aufgrund der Erdrotation unterschiedlich auf die Erde einwirken. Eine Erdumrundung dauert – bezogen auf den Mond – etwa 25 Stunden. Das bedeutet, dass die Schwankungen des Meeresspiegels etwa alle 12,5 Stunden stattfinden und Ebbe und Flut zweimal am Tag zu beobachten sind. Allerdings können sich die Auswirkungen der Gezeiten von Küste zu Küste unterscheiden, denn auch Wassertiefe und Winde nehmen Einfluss. Die Gezeiten verschieben sich aufgrund des Rhythmus von knapp 12,5 Stunden ständig.

    Sonne und Mond beeinflussen die Gezeiten

    Den größten Einfluss auf Ebbe und Flut hat der Mond. Mond und Erde umkreisen einander. Im Durchschnitt benötigt der Mond 27 Tage, um die Erde zu umrunden. Gleichzeitig dreht sich die Erde um ihre eigene Achse. Dabei vergehen 24 Stunden, also genau ein Tag. Im Vergleich zur Erde ist der Mond sehr klein und beide bewegen sich dank der Gravitation um einen gemeinsamen Schwerpunkt. Die Anziehungskraft des Mondes wirkt auf die ihm zugewandte Seite der Erde besonders stark. Der Mond zieht das Wasser förmlich an und erzeugt so die Flut. Auf der vom Mond abgewandten Seite kommt es dagegen zu Fliehkräften. Es entsteht also nicht nur auf der mondzugewandten Seite ein Flutberg, auch auf der mondabgewandten Seite ist ein durch Fliehkraft entstandener Flutberg zu beobachten. Zwischen diesen Flutbergen herrscht Ebbe. Neben dem Mond kann auch die Sonne mit ihrer Anziehungskraft die Gezeiten bewirken. Sie übt jedoch deutlich weniger Anziehungskraft auf die Ozeane der Erde aus als der Mond. Die Sonne hat zwar deutlich mehr Masse als der Mond und somit könnte ihre Anziehungskraft stärker sein, sie befindet sich jedoch in weit größerer Entfernung zur Erde. Je größer die Entfernung zwischen zwei Körpern ist, desto geringer ist die gegenseitige Anziehungskraft. Was allerdings passieren kann, ist, dass beide Gestirne zusammenwirken.

     

    Sonnengezeiten und Mondgezeiten

    Je nach Stand des Mondes zur Erde und zur Sonne hat die Sonne einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die Gezeiten. Mond und Sonne können sich in ihrer Wirkung gegenseitig abschwächen oder verstärken. Unter einer Springtide – umgangssprachlich auch Springflut genannt – versteht man eine besondere Konstellation von Erde, Sonne und Mond, die dazu führt, dass Ebbe und Flut stärker ausfallen. Eine Springtide entsteht, wenn sich Erde, Sonne und Mond auf einer Geraden befinden. Wenn Vollmond herrscht, befindet sich die Erde zwischen Mond und Sonne. Bei Neumond befindet sich der Mond zwischen Erde und Sonne. Sowohl bei Neumond als auch bei Vollmond kommt es zu einer Springtide. Als Nipptide – oder umgangssprachlich auch Nippflut – wird dagegen eine Tide bezeichnet, bei der der Tidenhub besonders niedrig ausfällt. Zu einer Nipptide kommt es bei Halbmond. Bei Halbmond schwächen sich die Gravitationseinflüsse von Sonne und Mond gegenseitig ab und der Unterschied zwischen Hochwasser und Niedrigwasser fällt besonders gering aus.

    Ebbe und Flut hautnah erleben am Wattenmeer

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    Baltrum – Muscheln am Strand

    Wenn Ebbe und Flut nicht existieren würden, gäbe es auch kein Wattenmeer. Die Gezeiten machen den besonderen Reiz der Nordsee aus. Flut und Ebbe sind für die Bewohner der Nordseeküsten und der Nordseeinseln ebenso faszinierend wie für die Besucher. Das Spiel der Anziehungs- und Fliehkräfte zwischen Mond, Sonne und Erde hat eine einmalige Landschaft geschaffen: das Wattenmeer. Bei Ebbe zeigt sich der Meeresgrund in all einer Lebendigkeit, bei Flut werden Küste und Inseln von Wellen umtost. Das Leben an der Nordsee hat sich auf den Wechsel zwischen Ebbe und Flut eingestellt und viele Aktivitäten richten sich danach. Bei Ebbe bietet sich beispielsweise ein Spaziergang durch das Wattenmeer an. In einer geführten Wattwanderung können Besucher sogar einige Nordseeinseln vom Festland aus zu Fuß erreichen. Baltrum und Spiekeroog bieten sich für eine Wattwanderung vom Festland aus an. Eine Wanderung über den Meeresgrund zur Urlaubsinsel wird garantiert zu einem der schönsten Urlaubserlebnisse.

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